Hexagon veröffentlicht neue Funktionen in ESPRIT EDGE, die den CNC-Programmieraufwand reduzieren, die Prozessvorhersehbarkeit verbessern und Fertigungsunternehmen bei der Bewältigung zunehmend komplexer Bearbeitungsumgebungen unterstützen.
Die Funktionalität von Maschinen in der Fertigung steigt, und mit ihr auch der Aufwand, sie zu programmieren und zu verifizieren. Die neuen Erweiterungen der Software ESPRIT EDGE adressieren diese Herausforderung. Das erste von vier geplanten Updates im Jahr 2026 verbessert die Automatisierung von Drehprozessen, Swiss-Typ-Bearbeitung, Mehr-Achsen-Werkzeugweg-Generierung, Schwerzerspanung und cloud-verbundenen Workflows. „Bei der Bearbeitung hochwertiger Werkstücke besteht das Risiko mangelnder Effizienz und einer ungenauen Ausführung des Bearbeitungsprogramms. Die Updates von ESPRIT EDGE zielen deshalb darauf ab, den Aufwand für die Erstellung zuverlässiger CNC-Programme zu verringern – insbesondere in komplexen mehrachsigen und mehrkanaligen Bearbeitungsumgebungen“, erklärt Olivier Thenoz, Senior Product Manager in der Division Production Software von Hexagon.
Erweiterung der Automatisierung auf Dreh- und Swiss-Bearbeitung
Die neueste Version führt mit ProPlanAI KI-gestützte Funktionen für Dreh-, Fräs-Dreh- und Swiss-Programmierung ein. Dabei berücksichtigt das Update Faktoren wie spanabhebenden Materialabtrag sowie bisherige Bearbeitungsstrategien und unterstützt dadurch eine genauere Prozessdefinition. Gleichzeitig reduzieren sich so manuelle Eingriffe. Das wiederum verkürzt die Programmierzeit, verringert die Abhängigkeit von Probeschnitten und stellt sicher, dass Teams bewährte Bearbeitungsstrategien konsistenter anwenden können. Die Unterstützung für mehrere Guide-Bushing-Konfigurationen ist mit dem Update zudem direkt in die Maschinenmodelle integriert, wodurch Programmierer zwischen Aufbauten wechseln können, ohne Maschinen-Definitionen neu erstellen zu müssen. Das gilt auch für den Chucker-Modus. Damit vereinfacht sich die Einrichtung und das Programmieren von Swiss-Gleitspindelmaschinen wird flexibler.
Verbesserung der Werkzeugweg-Zuverlässigkeit und Mehr-Achsen-Programmierung
Die Erweiterungen der Kollisions¬erkennung beim fortgeschrittenen 3-Achsen-Drehen berücksichtigen nun auch den Werkzeughalter, sodass nicht-schneidende Elemente bei Änderungen der Werkzeugorientierung eingerechnet werden. So können Teams auf die Sicherheit von Werkzeugwegen bei komplexen Drehstrategien, bei denen sich Werkzeugorientierung und Eingriff dynamisch ändern, vertrauen. Aktualisierungen der 5-Achsen-Verbundbearbeitung automatisieren zudem die Generierung der Werkzeugbewegung und machen externe Antriebsflächen überflüssig. Dies reduziert die Vorbereitungszeit und vereinfacht die Programmierung komplexer Geometrien in der Serienbearbeitung sowie in Werkzeug- und Formenanwendungen.
Unterstützung konsistenter Programmierung durch vernetzte Workflows
Ein überarbeiteter Cloud-Connector verbessert zudem den Zugriff auf Dokumentation, Community-Ressourcen und Software-Erweiterungen und ermöglicht eine unkomplizierte Navigation zwischen Kontoverwaltung und Anwendungsumgebungen. Programmierteams erhalten so konsistentere Workflows. Aktualisierungen der wissensbasierten Bearbeitung bieten ihnen zudem mehr Kontrolle über Vorschubdefinitionen in Bohrzyklen, verbessern die Kompatibilität zwischen Werkzeugstrategien und reduzieren Inkonsistenzen bei der Anwendung von Nicht-Bohrwerkzeugen.
ESPRIT EDGE bei Edwards Vacuum: praktische Antwort auf steigende Programmieranforderungen
In hochpräzisen F&E-Umgebungen, in denen Toleranzen in Mikrometern gemessen werden und Designs sich häufig ändern, setzt Edwards Vacuum auf ESPRIT EDGE: Das Unternehmen ist globaler Anbieter von Vakuumlösungen für anspruchsvolle Industrie-, Turbomolekular- und Halbleiteranwendungen und Teil der Atlas Copco Group. „In unserer Arbeit fertigen wir hochkomplexe Einzelteile. ESPRIT EDGE ermöglicht es uns, uns an diese Änderungen anzupassen, ohne von vorne beginnen zu müssen – und wir können das, was sonst Tage der Neuprogrammierung erfordern würde, in Minuten neu berechnen,“ erklärt Wayne Turner, Senior Manufacturing Engineer bei Edwards Vacuum. „Es ist bisher das einzige CAM-System, das die gesamte Komplexität unserer Fräs-Dreh-Kombinationsmaschinen bewältigen kann – einschließlich echter Mehrkanalprogrammierung. Es gibt schlichtweg keine andere Lösung, die unsere Anforderungen auf diesem Niveau erfüllt.“ Bei der Arbeit mit Maschinen dieser Größenordnung ist das größte Risiko der menschliche Fehler, ein einziger kann wochenlange Ausfallzeiten und Kosten im fünfstelligen Bereich bedeuten. „ESPRIT EDGE gibt uns die Gewissheit, dass das, was wir programmieren, auch exakt so ausgeführt wird. Die hervorragende Unterstützung, die wir von Hexagon insbesondere bei der Entwicklung eines maßgeschneiderten Postprozessors erhalten haben, war entscheidend dafür, dass das System gemäß unseren Bedürfnissen funktioniert.“
