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Formnext Awards 2026: Finalisten zeigen die Vielfalt und Innovationskraft der Additiven Fertigung

Neue spezialisierte AM-Fertigungstechnologien, wegweisende Anwendungen aus den Bereichen Textilien, Aerospace und Medizin bis hin zu neuen Konzepten und Wegen im Recycling und in der AM-Ausbildung: Die Formnext Awards 2026 prämieren wieder in sechs Kategorien unter anderem junge innovative Unternehmen, nachhaltige Geschäftsideen und bahnbrechende Technologien. Die Finalisten wurden nun von den jeweiligen Jurys ausgewählt und präsentieren ihre Exponate sowohl im Vorfeld der Messe online als auch im Rahmen einer Sonderschau auf der Formnext. Die jeweiligen Gewinner werden in einer feierlichen Award-Zeremonie am 19.11.2026 gekürt. Bei der Abstimmung kann sich auch in diesem Jahr ab sofort das Publikum beteiligen.

Die Finalisten der sechs Award-Kategorien zeigen den Weg der Additiven Fertigung in die Zukunft. Dabei haben die Finalisten die jeweiligen Jurys einerseits mit zahlreichen innovativen Anwendungen u.a. in den Bereichen Textil, Aerospace sowie Medizin und Dental überzeugt. Daneben zeigt sich auch die Innovationskraft junger AM-Unternehmen, die neue, teilweise sehr spezialisierte additive Fertigungstechnologien entwickelt haben. Gleichzeitig präsentieren junge und etablierte AM-Unternehmen spannende Konzepte, die eine moderne Industrieproduktion noch nachhaltiger machen können.

Die Besucher der Formnext können sämtliche Finalisten auf der Formnext Awards Sonderschau (Halle 11.0, F60) erleben. Die Verkündung der Sieger und die Preisverleihung finden am Donnerstag, 19.11.2026, ab 16:10 Uhr auf der Industry & Application Stage (Halle 11.0, D72) statt. Zusätzlich sind die Finalisten ab sofort auf der Website zu entdecken. Bis Donnerstag, 19.11.2026 um 12:00 Uhr ist die Abstimmung für alle Kategorien möglich, wobei das Online-Voting des Publikums als zusätzliche Jurorenstimme zählt.

AMbassador Award: von der universitären Ausbildung bis zur AM-Landkarte Brasiliens

Der AMbassador Award prämiert herausragende Einzelpersonen oder Organisationen, die durch innovative Trainings- und Ausbildungsansätze oder ihre persönliche Fürsprache einen einzigartigen Einfluss auf die Branche und die Anwender haben.

Einer der diesjährigen Finalisten ist Dr. Michael Kraemer vom AM Center der TU Darmstadt, der sich für die Ausbildung von AM-Fachkräften engagiert. Zur Jahresbilanz zählen 50 bis 60 Studierende, die die Lehrangebote absolvieren, mehr als 20 studentische Projekte und 10 Promotionen in drei Jahren. Dazu gibt es AM-Angebote für Auszubildende (gemeinsam mit der IHK Rhein-Main) und Fachkräfte aus der Industrie.

Professor Leroy Gardner engagiert sich zusammen mit der „Steel Structures Research Group“ am Imperial College London für Metall-AM im Bauwesen. Die Arbeit vereint experimentelle Forschung, strukturelle Optimierung, Designentwicklung, robotergestützten Metall-3D-Druck sowie Versuche im Maßstab 1:1. Das führte unter anderem zur weltweit ersten 3D-gedruckten Stahlbrücke (zusammen mit MX3D) oder zu einem hybriden Stahlfachwerk mit additiv gefertigten Knotenpunkten.

Der Maschinenbauingenieur Luan Saldanha von Aditiva Brasil hat mit einer Additive Manufacturing Map of Brazil das AM-Ökosystem des Landes sichtbar gemacht und vernetzt. Daneben gibt Saldanha den AM-Newsletter Panorama MA heraus, betreibt das Industrie-Nachrichtenportal Manufatura Digital und erstellt Bildungsinhalte auf YouTube und Instagram.

Design Award: 3D-gedruckte BHs, Implantate und Raketentriebwerke
Die Bandbreite der außergewöhnlichen AM-Designs, die es ins Finale geschafft haben, könnte unterschiedlicher kaum sein und reicht vom 3D-gedruckten BH bis zum Raketentriebwerk.

Maya Kaplan hat im Rahmen ihres Masterstudiengangs Industrial Design am Technion – Israel Institute of Technology – den Computational Bra entwickelt: einen 3D-gedruckten BH, der zeigt, wie computergestützt entwickelte Textilstrukturen Elastizität, Halt und Kompression innerhalb eines Kleidungsstücks gezielt verbinden können. Die Funktionen werden direkt in das Textil integriert und aus einem TPU-Material auf einem Desktop-FDM-3D-Drucker gefertigt.

Am Levin Center des Tel Aviv Sourasky University Medical Center wurde ein monolithisches, anatomisch angepasstes Titanimplantat entwickelt und in einer OP eingesetzt. In Kombination mit einer patientennahen 3D-Operationsplanung setzt das aus medizinischem Ti-6Al-4V-Titan gedruckte Implantat neue Maßstäbe u.a. in der Behandlung von Knochenkrebs bei Kindern und Jugendlichen.

Das indische Space-Tech-Start-up Agnikul Cosmos hat ein einteiliges semikryogenes Raketentriebwerk aus Inconel 3D-gedruckt, das von Anfang an konsequent für AM entwickelt und im Rahmen der Agnibaan SOrTeD-Mission 2024 bereits erfolgreich eingesetzt wurde.

(R)Evolution Award: Innovationen von der Dentaltechnik bis zum Mikrometer-3D-Druck
Bahnbrechende Produkte, Technologien oder Dienstleistungen, die einen besonderen Mehrwert für den Anwender bieten, werden mit dem (R)Evolution Award ausgezeichnet. Die diesjährigen Finalisten schaffen und verbessern konkrete Anwendungen von der Dentaltechnik bis zum Mikrometer-3D-Druck.

Mit der neuen GHOST-Maschine will Fyous Dentallaboren eine neue Art der Herstellung von Alignern und Retainern ermöglichen. Die PolyMorphic-Moulding-Technologie erschafft die erforderlichen Formen temporär mithilfe von tausenden präzise gesteuerter Pins.
Thought3D aus Malta verspricht mit seinem Inline-Filamenttrockner Drywise bessere Zugfestigkeiten und eine deutliche Leistungssteigerung z.B. von Nylonbauteilen. Statt der kompletten Filamentspule trocknet das System nur den kurzen Filamentabschnitt, der unmittelbar vor der Extrusion steht.

Für den 3D-Druck auf Mikrometer-Niveau hat Boston Micro Fabrication (BMF) den Desktop-Drucker microArch S150 entwickelt. Er basiert auf der Projection Micro Stereolithography-Technologie und erreicht eine optische Auflösung von 25 μm. Zum Einsatz kommt Mikrometer-3D-Druck u.a. bei mikrofluidischen Kanälen, faseroptischen Komponenten oder elektronischen Bauteilen.

Rookie Award: Vom Batterie- bis zum Kupferrecycling
Der Rookie Award prämiert junge Einzelpersonen mit aussichtsreichen Geschäftsideen, die ihre Firma noch nicht oder frühestens vor einem Jahr gegründet haben. Die drei Finalisten bieten neue Lösungen für das Batterierecycling und den Kupfer-3D-Druck oder optimieren ein AM-Verfahren weiter, das ursprünglich für die Raumfahrt entwickelt wurde.

Das Engineering-Projekt cAIclone (in Gründungsvorbereitung) entwickelt KI-optimierte, 3D-gedruckte Hydrozyklone für die Feinstpartikeltrennung im Bereich 1–50 µm. Das Gründungsteam aus München zielt damit zuerst auf den Markt des Batterierecyclings.

FlexCycle Solutions stellt Kupferpulver für AM und die Pulvermetallurgie aus Abfällen der Elektronikindustrie her. Das Pulver entsteht rein mechanisch und hat so eine sphärisch-raue Partikelmorphologie, was u.a. die Laserabsorption beim LPBF-Verfahren verbessert.

Spaceform entwickelt mit dem Vacuum Atomised Suspension Printing (VASP) eine neue Architektur für den metallischen 3D-Druck. Aus dem Metallpulver in Form einer Suspension entsteht mittels vakuumgestützter Trocknung vor der Laserbearbeitung eine stabile und zusammenhängende Pulverschicht. Zu den ersten Anwendungsbereichen zählen HF- und RF-Komponenten, innovative Lösungen für das Thermomanagement sowie präzise fluidische Systeme.

Start-up Award: Neue additive Fertigungskonzepte im Fokus
Der Start-up Award zeichnet junge AM-Unternehmen mit einem tragfähigen Geschäftsmodell und einem marktfähigen Produkt aus. Schwerpunkt der Innovationen der fünf Finalisten sind in diesem Jahr neue additive Fertigungskonzepte.

So automatisiert Aumatis dank AM ein traditionelles Verfahren aus der Industrie und Schmuckherstellung: In der AX-150-Anlage wird ein 3D-gedrucktes Kunststoffmodell in eine eigens entwickelte Masse eingebettet, ausgebrannt und im Vakuum vergossen.

Die 3D-gedruckten Auswaschkerne und Werkzeuge des Schweizer Start-ups sallea erleichtern die Herstellung von Leichtbauteilen mit komplexen Geometrien. Erste Anwendungen sind duroplastische CFK-Bauteile für den Motorsport und die Sportartikelindustrie.

Hydra Manufacturing entwickelt hybride Fertigungstechnologien für schwer zu verarbeitende Werkstoffe, darunter Hochleistungskeramiken und Hartmetalle. Die Kombination von Pastenextrusion, Bearbeitung im Grünzustand und In-Prozess-Inspektion in einer Maschine vergrößert die Bandbreite an Werkstoffen, u.a. um Siliziumkarbid und Hartmetalle zu verarbeiten.

Ebenso einen hybriden Ansatz verfolgt das Berliner Start-up additiveStream4D mit seinen Retrofit-Technologien, mit denen bestehende LPBF-Anlagen auf vorhandenen Geometrien aufbauen. Mögliche Anwendungen sind komplexe Schneidwerkzeuge oder die Reparatur hochwertiger Komponenten wie Turbomaschinenteile.

Mit seiner Simulationssoftware will QH Build die Additive Fertigung effizienter machen. So konnte eine WLAM-Anwendung 72 % schneller und 64 % günstiger umgesetzt werden. QH Build kombiniert Industrierobotik, Multiphysik-Simulation und einen digitalen Zwilling mit direkter Anbindung an die Maschinensteuerung.

Sustainability Award supported by Renishaw: Recycling, Ersatzteile und CO₂-Daten
Ins Finale des Sustainability Awards, der AM-Anwendungen und Produkte anhand ihres Produktlebenszyklus auszeichnet, stehen FlexCycle Solutions, die BMF GmbH, und Baker Hughes.

FlexCycle Solutions hat mit der mechanischen Herstellung von Kupferpulver für die Additive Fertigung und Pulvermetallurgie aus Produktionsabfällen auch die Jury des Sustainability Awards überzeugt (weitere Infos siehe Rookie Award).

Die BMF GmbH – Bernstein Mechanische Fertigung liefert zu ihren Strahlanlagen auch einen 3D-Drucker aus, mit dem sich Kunden Ersatzteile aus Kunststoff selbst ausdrucken können. Der Ersatzteilkatalog in der Cloud Digitalsource liefert die nötigen Daten als Download.

Dank der Manufacturing Carbon Platform von Baker Hughes können aus CO₂-Daten bessere Fertigungsentscheidungen abgeleitet werden. Die Plattform schafft einen Überblick über die Umweltwirkungen additiver Produktionsprozesse – vom Angebot bis zur Auslieferung.

Im Rahmen der feierlichen Zeremonie werden den Gewinnern der jeweiligen Kategorie neben attraktiven Sach- und Geldpreisen auch einzigartige Awardtrophäen, die von den Sponsoren SutoSuto (Design) und FKM Additive Manufacturing (Produktion) bereitgestellt werden.

Weitere Infos, Online-Voting und Vorstellung der Finalisten unter formnext.com/awards

Die Formnext findet statt vom 17. – 20. November 2026.

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